Gestorben – Wofür? – Afghanistan watet im Blut

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Still und heimlich raus – Gesicht wahren

Afghanistan ist aus den Schlagzeilen verschwunden. Zumindest war es das, bis zu den jüngsten Angriffen der Neo-Taliban auf das Parlament in Kabul. Sie demonstrierten damit eine noch nie dagewesene Stärke oder zumindest Schwäche auf Seiten der kabuler Regierung. Dabei sollte jedem der sich mit der Thematik befasst klar sein, dass seit dem Hauptabzug der Kampftruppen der ISAF letzten Jahres und dem nominellen Ende der Mission, die Taliban unüberraschenderweise zu neuer Stärke gelangt sind. Die Sommeroffensive war jüngst wieder so heftig wie sonst nur in den Jahren 209-12.  Aber der Rückhalt der öffentlichen Meinungen für den Einsatz, dessen Sinnhaftigkeit immer weiter ausgehöhlt wurde, ist im Jahr 2014 nicht mehr vorhanden gewesen. Vor allem nicht auf deutscher Seite. Die Franzosen und andere große Nationen waren schon sehr früh abgezogen und hatten die Sache der NATO, wenngleich sie im Auftrag der UN agiert, im Stich gelassen.

Nur einige Kompanien der USA halten dort in Kabul noch die Stellung und führen die sogenannte Unterstützungsmission weiter. Aber alle Kampftruppen sind abgezogen und der Krieg in Afghanistan wurde für gewonnen erklärt, wenn man den Medien der westlichen Welt glauben schenken will. „So sieht gewinnen aus“, sagte ein amerikanischer General vor einigen Jahren erst und Präsident Obama bestätigte diese Aussage indirekt. Mission acomplished. Der schnelle Abzug aus Afghanistan sollte nun Priorität bekommen. Trotz aller Bitten der afghanischen Armee, die 2014 in einem verhältnismäßig gutem Zustand war, wenn man sie mit 2006 vergleicht.  Allen Warnungen und Beweisen von guten Journalisten zum Trotz, zog man frühzeitig ab. Manche Militärs meinen, dass man das schon 2002 hätte tun sollen. Die Nordallianz und andere starke Männer, statt der notorisch korrupte Karzai, hätten Afghanistan übernehmen sollen. Mit Demokratie, Menschenrechten und parlamentarischer Republik als Ziele für das Land, hatte man sich übernommen. Denn daran besteht kaum Interesse abseits der höheren Bildungseliten der Städte. Stabilität, gute Wirtschaft und ein Leben in Sicherheit sind wichtiger. Aber über die Verfehlungen im Einsatz und um den Einsatz lässt sich viel schreiben. Investigative Journalisten wie Lara Logan, die ungeliebte Blondine der USA mit großer Anhängerschaft, hatte bereits 2013 immer wieder hinaus posaunt, dass die Öffentlichkeit über den wahren Zustand des Krieges und des Landes getäuscht wird. Dass Dokumente bewusst gefälscht, Opferzahlen wegrationalisiert und Berichte geschönigt werden. „The Obama Adminnistration is lying to you!“

Deutsche Soldaten wussten das alles schon lange. Man ging zwar mit einem gewissen jugendlichen Eifer ins Land, ahnte jedoch bald, dass die Aufgaben die man sich in NATO Stäben gestellt hatte, nicht zu bewältigen waren. „Vier Tage im November“, „Die reden und wir sterben“ – Bücher von deutschen Soldaten die versuchen die Realität abzubilden. Die Leiden des Sisyphos sind nachzuempfinden. Jede geräumte Mine oder jedes IED liegt nächste Woche wieder im Dorf. Jede aufgebaute Mädchenschule wird attackiert oder gesprengt. Jeder reformwillige Malik ermordet.  Dazu das Unvermögen der Politik den Soldaten sinnvolle Regeln zu geben. Sie schränken mehr ein und hindern an der Auftragserfüllung, als sie helfen. Schließlich sei man ja nicht im Krieg. Aber die Realitätsferne ist seit jeher eine Grundvoraussetzung um Politiker zu werden, so scheint es. Den Soldaten der Bundeswehr und ihrer NATO Verbündeten sind größtenteils keine Vorwürfe zu machen. Sie haben am Ende nur ihre Pflicht mit Mut und Ehre erfüllt. Nach bestem Wissen und Gewissen.

Für die NATO an sich und die Bundeswehr als Organisation war der Einsatz eine Feuerprobe, die man mehr oder minder gemeistert hat. Zumindest unter den Soldaten und auf unterer Ebene, lief die Zusammenarbeit meist sehr gut. Aber das Endergebnis, also Afghanistan im Jahr 2014, ist beschämend und das wusste man in Berlin und Washington und Brüssel schon länger. Heute regieren die Taliban wieder dort, wo westliche und auch deutsche Soldaten für die vermeintlich sonnige Zukunft eines freien und demokratischen Afghanistans gekämpft hatten. Viele sind dafür gestorben. Wenn man sich den Staat Afghanistan heute ansieht, der mehr einem „failed state“ ähnelt, fragt man sich doch wofür unsere Soldaten und Kameraden dort gestorben sind. Welcher Politiker und General kann denn einer Mutter und einem Vater eines gefallenen Soldaten heute noch in die Augen sehen und sagen, dass es sich gelohnt hat. Dass sich der Tod ihres Sohnes so fern der Heimat gelohnt hat.

Das wäre eine glatte Lüge.

Kriegerfrauen – Die große Serie Teil 1

Ha_Long_Bay,_sunset, Foto: Andrew Crump
Ha_Long_Bay,_sunset, Foto: Andrew Crump

Das Kriegshandwerk wird seit Menschengedenken von uns angewandt. Meist sind es Männer, die in der Rolle des Kämpfers zu historischem Ruhm gelangen. Aber durch die Geschichte hindurch gibt es auch immer wieder Frauen, die durch ihre Taten und ihren Mut auf sich aufmerksam gemacht haben. In dieser Serie sollen einige dieser Frauen näher beleuchtet und aus dem Dunkel der Geschichte hervor geholt werden. Den Abschluss der Serie bildet eine Analyse zur Rolle der Frau im Militär des 21. Jahrhunderts.

Die Trung-Schwestern

Kaiser Wu von China expandierte das große Reich der Mitte bereits im 1. Jahrhundert vor Christi ins heutige Vietnam. Das damalige von ihm umbenannte Nam Viet, kam unter die Kontrolle Chinas und durchlief eine Politik der Assimilation. Gegen die teils sehr brutale und harte Herrschaft der chinesischen Beamten und des Kaisers kam es um 50 nach Christi zur großen Rebellion. In der vietnamesischen Folklore und in chinesischen Dokumenten sind die Trung-Schwestern verbriefte Anführer dieses Volksaufstandes der ersten „Vietnamesen“. In der Volkssage kämpften die Schwestern mit zweischneidigen Schwertern und sollen gemeinsam auf die Schultern der anrückenden chinesischen Soldaten gesprungen sein, um ihnen so die Köpfe abzuschlagen. Verbürgt ist jedoch nur, dass die Trung-Schwestern die Chinesen tatsächlich besiegten und für drei Jahre aus dem größeren Teil des heutigen Vietnams verjagen konnten, ehe sie von der massierten Armee des Kaisers von China erneut gestellt und geschlagen wurden. Ob sie in der Schlacht starben, sich ergaben oder den Freitod wählten, ist umstritten. Jedoch endete der Widerstand der Trung damit. Der Mythos der beiden Kriegerschwestern wurde jedoch immer wieder durch die ganze  vietnamesische Geschichte hindurch wiederbelebt. Zuletzt im Vietnamkrieg, wo viele Frauen auf beiden Seiten, sowohl Nord als auch Süd, gekämpft haben.

Stoßtruppen im 1. Weltkrieg – Tapfer in den Tod

Bundesarchiv_Bild_146-1974-132-26A,_Stoßtrupp
Bundesarchiv_Bild_146-1974-132-26A,_Stoßtrupp

Gemetzel im Grabenkrieg

Stoßtruppen sind die Konsequenz aus dem langwierigen Lernprozess den die Generalität im Ersten Weltkrieg durchlief. Nach drei Jahren Krieg wurde das sogenannte Stoßtruppverfahren von der deutschen Seite erstmals angewandt. Denn mittlerweile war deutlich geworden, dass mit herkömmlichen Taktiken der verteufelte Graben- und Stellungskrieg nicht zu beenden war. Stoßtruppen sollten wieder Bewegung in die festgefahrene Front bringen und die feindlichen Stellungen durchstoßen. Die große und grausame Ironie daran ist, dass die Stoßtruppen zu spät kamen. Hätte man bereits im ersten Kriegsmonat erkannt, dass der Stellungskrieg nur zu millionenfachem Tod auf allen Seiten und wenig Veränderung führen würde, hätte der Verlust von unzähligen Soldatenleben verhindert werden können. 

Grundlegende Herangehensweise ist der überraschende und intensive Feuerüberfall mit eigener Artillerie auf die feindlichen Stellungen, die im Vorfeld für den Durchbruchsversuchs markiert wurden. Dann erfolgt sofort der Angriff der Stoßtruppen. In der Anleitung für Kompanieführer aus dem Ersten Weltkrieg wird die Aufgabe der Stoßtruppen folgendermaßen umrissen:

Die Hauptaufgabe der Stoßtrupps besteht in der Wegnahme vorgeschobener Sappen, Flankierungsanlagen, erkannter Blockhäuser, Maschinengewehre, verteidigter Unterstände, vorher nicht erkannter feindlicher Verteidigungsanlagen und im Aufrollen von Gräben, d. h. also in der Erleichterung des Sturmes durch Fortnahme besonders schwieriger feindlicher Anlagen.“

Soldaten die einem Sturmtrupp oder Stoßtrupp unterstellt waren unterliefen spezielle Ausbildungen, die sie für den offensiven Kampf im feindlichen Graben befähigen sollten. Neben hoher körperlicher Fitness mussten die Männer auch im Umgang mit geschärften Spaten, Messern und später auch mit Maschinenpistole geschult sein. Die MP18 von Bergmann, genannt „Grabenfeger“, erhielt den Namen nicht ohne Grund und war vor allem bei der Erstürmung von engen Stellungen von Nutzen. Trotz der Gewaltigkeit der Aufgabe von Stoßtruppen und den hohen Leistungen die dort erbracht wurden, sollte man an der Brutalität nichts beschönigen. Obwohl mit den Stoßtruppen Erfolge erzielt wurden, erbrachten selbige doch einen hohen Blutzoll. Bei einem Angriff über offenen Feld, trotz eigener Feuerunterstützung, kann sehr viel schief gehen. Verluste bei den oftmals sehr jungen Soldaten waren zahlreich und gerade der Kampf in dichten Stellungen ist an Brutalität kaum zu überbieten. Man kann sich wohl heute kaum noch vorstellen wie es für diese jungen Männer gewesen sein muss, wenn sie über mit Leichen bedeckte Todesfelder stürmten und dann in jene giftigen Gräben sprangen, in denen noch das Gas und der Gestank der Fäulnis stand. Der Kampf Mann gegen Mann, wo man im dichtgedrängten Gedränge dem Gegner in die Augen sehen kann ist noch einmal etwas anderes als der Gewehrschuss aus 500 Meter Entfernung.

Operation Michael sah den massiven Einsatz von Stoßtruppen auf deutscher Seite. Die Generalität des Kaiserreiches hoffte damit das Blatt an der Westfront wenden zu können. Am Ende begegneten die deutschen Stoßtruppen jedoch nur alliierten „Tanks“ und blieben letztendlich stecken. Es mag ironisch erscheinen, dass sowohl das Stoßtrupp-Prinzip und die Panzer die sich dort gegenüberstanden die Mechanik und Art des nächsten Weltkrieges bestimmen sollten. Obwohl die Stoßtruppen generell erfolgreich waren, war der Preis ihres Einsatzes unglaublich hoch. Stellenweise sind bis zu 80% der Stoßtruppen, meist junge und fitte Männer, gefallen. Zurück blieb die sogenannte „Verlorene Generation“ von Männern und Frauen, die selbst wenn sie überlebten, die Erlebnisse des Krieges nicht vergessen können. 

Indien und die Wiedergeburt der Veda – Geopolitik auf dem Subkontinent

Sikh der indischen Armee http://img.radiobras.gov.br/Aberto/index.php/Imagens.Principal.20.0.2004-01-26 Foto: Antônio Milena
Sikh der indischen Armee
http://img.radiobras.gov.br/Aberto/index.php/Imagens.Principal.20.0.2004-01-26
Foto: Antônio Milena

Wiedergeburt der Veda

Indiens 1,2 Milliarden Menschen sind ein demographisches Schwergewicht in der Weltpolitik, der sich kein asiatisches und kein außerasiatisches Land entziehen kann. Indien ist ein Land, dass durch das hohe Alter der ungebrochenen Zivilisation besticht. Die Zivilisation des Indus-Tal reicht in die graue Vorzeit zurück. Die Veda, die ältesten Zeugnisse hinduistischer Schrift, geschrieben im Sanskrit, reichen bis ins Jahr 1700 vor Christi zurück. Die menschliche Besiedlung des Ganges, das Auf und Ab der Kulturen auf dem indischen Subkontinent, vermochte nicht diese weit zurückreichende Schrift zu negieren. Sie wirkt bis heute nach. Tatsächlich ist ihr Einfluss heute stärker, als noch vor 50 Jahren. Indien hat sich rasant verändert. Es ist nicht nur Zeuge seines eigenen wirtschaftlichen Aufstiegs geworden, von dem allerdings nur prozentual wenige Menschen profitiert haben, sondern auch Zeuge der Wiedergeburt der eigenen, uralten Identität.

Der Aufstieg der Bharatiya Janata Party hat dem Hindu-Nationalismus einen großen Einfluss eingeräumt. Sie erhielt 281 Sitze im Unterhaus und 47 Sitze im Oberhaus und stellt mit Narenda Modi nun den Premierminister.

Traditionell, offensiv und unabhängig

Die Leitlinien der Hindu-Nationalisten lassen sich in diesen drei Stichworten vielleicht für Außenstehende zusammenfassen. Ökonomisch verfolgt man den Kurs der neo-liberalen Ökonomisierung mit dem Ziel einen „Trickle-Down“ Effekt zu erzielen. Also das herunter-rieseln des Reichtums von Oben auf die unteren Schichten. Gleichzeitig fürchtet man sich vor fremder Übernahme vor allem im Hinblick auf China und USA, die man als große Konkurrenten betrachtet und sowohl brauch, als auch ablehnt. Innenpolitisch lassen sich vor allem zwei große Leitlinien erkennen. Zum einen geht es um die Rückkehr zur traditionellen Lebensweise des Hinduismus, die durch die Ablehnung des britischen und säkularen Models von Westminster einkehren soll. Und zum anderen wird klar gemacht, dass es einen Graben zwischen indischen Hindus und indischen Muslimen gibt, der nicht geheilt werden kann. Die stete illegale Einwanderung aus dem muslimischen Bangladesh gilt als Bedrohung für die Hindus, welche mit den über 170 Millionen Muslimen im eigenen Land nicht klar kommen. Ethnische und religiöse Konflikte, wie zuletzt Zerstörungen von Gotteshäusern beider Seiten, sind fast schon an der Tagesordnung. Sie erreichen jedoch meist die westlichen Medien nicht. In einem Ozean aus 1,2 Milliarden Menschen, ist die Zestörung von Kirchen, Moscheen und Hindu-Tempeln eine Nichtigkeit. Im Jahr 2013 sind 107 Menschen durch religiöse Unruhen zu Tode gekommen und Tausende wurden verletzt. Dabei handelt es sich um die offiziellen Zahlen. Die Dunkelziffer könnte Angesichts der kaum vorhandenen Polizeikräfte auf dem Lande noch weit höher liegen. Für die mit Mehrheit gewählten Hindu-Nationalisten ist klar, dass ein fast unüberwindbarer Gegensatz zwischen dem Pantheon des Hinduismus und dem Monotheismus der Muslime besteht. Die Trennung Indiens in Pakistan und Indien und später noch in Bangladesh, ist lange nicht überwunden. Sie verhärtet sich und zeigt sich nur noch stärker in den Regionen, wo Muslime und Hindus nebeneinander leben. Es sind gerade jene Gebiete, die von religiöser Gewalt und Unruhen geprägt sind. Ghandis Vision von einem Indien ohne Kasten und des friedvollen Zusammenlebens, scheint unerreichbar.

Bei all den Terroranschlägen, wovon es jährlich einige gibt, sind es vor allem islamische Terrorgruppen die sich hervortun. Teilweise bekommen diese Unterstützung von Pakistan oder anderen muslimischen Nationen oder privaten Gönnern. Für Modi ist glasklar, dass die innere Sicherheit Indiens, des hinduistischen Indiens, oberste Priorität hat. Das gilt auch für die Grenze zu Pakistan und den schwelenden Kashmir-Konflikt.

Indien und die Welt – Deutschland hat das Nachsehen

Indien hat sich im internationalen Machtgefüge seit den 60ern völlig neu orientiert. Mit Russland hat es erst kürzlich Waffengeschäfte in Milliardenhöhe abgeschlossen und damit die intensive wirtschaftliche und militärische Kooperation zur Großmacht untermauert. Es ist im Moment der wichtigste militärische Partner beim großen Aufrüstungs-Projekt der Regierung. Die indische Armee soll zur mächtigsten in ganz Asien werden. Helfen tun mittlerweile auch Israel und Frankreich. Wobei Israel eine ganz besondere Rolle bei der Entwicklung und Beschaffung von Hochtechnologie zukommt. Während die rustikaleren und gröberen Dinge von den Russen angepackt werden (Schienennetzwerk, Schiffe und Panzer), fallen Weltraumtechnologie, Nano- und Informationstechnologie vor allem Israel zu. Auch bei der Aufrüstung der Spezialkräfte zeigt sich Israel kooperationsbereit. Bezahlen tut Indien diese Hilfe bei allen Ländern vor allem mit dem Reichtum von natürlichen Rohstoffen und industriellen Produkten, die für die Industrienationen schon zu teuer in der Eigenproduktion geworden sind. Das Handelsvolumen mit Israel beträgt etwa 7 Milliarden und das mit Frankreich 11 Milliarden pro Jahr(2012). Frankreichs Rolle hier sollte demnach nicht unterschätzt werden. Es nimmt hierbei aber eine ähnliche Rolle ein wie Deutschland, dass Indiens wichtigster Handelspartner in Europa ist. Allerdings beschränken sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Indien auf den Handel und ein paar freundliche Worte. Dass man in Indien eine bessere Meinung von Deutschland hat, als Deutschland von Indien, schafft Gräben. Die Tat der Nazis, nämlich den Indern bei ihrer nationalen Revolution gegen die Briten zu helfen, ist in Indiens Militärkreisen nicht vergessen. Überhaupt werden Nazis und Hitler anders bewertet als in Deutschland. Für Kanzlerin Merkel und die deutsche Regierung ist dieser Gegensatz der Meinungen nicht zu ignorieren. Man verwies in Berlin erst kürzlich darauf, dass der Holocaust in indischen Lehrbüchern kaum Erwähnung findet. Dafür gab es in Indien nur unverständliches Kopfschütteln. Denn durch die Herrschaft der Briten waren in Indien weit mehr Menschen zu Tode gekommen, als durch den Holocaust. Man interessiert sich simpel nicht für Europa und lehnt diesen Eurozentrismus gänzlich ab. Indien allein ist groß genug um ganz Europa in sich aufzunehmen und hat eine Geschichte, die weiter zurück reicht als die des Westens. Die Überheblichkeit der EU, die Indien immer wieder zu den Maßstäben der westlichen Menschenrechte ermahnt und anhält, wird in Indien mit finsterem Grollen beantwortet. Deutschland hat tatsächlich die negativste öffentliche Meinung von Indien weltweit. Selbst Pakistan, der Todfeind und Erbfeind Indiens, hält mehr von der indischen Union als Deutschland. Aber in Deutschland überwiegt die Lobby der vermeintlichen Menschenrechts-Aktivisten und jener die mit erhobenem Mittelfinger die grundlegende Veränderung, ja Verleugnung alles indischen von den Indern fordern. Diese 5000 Jahre alte Kultur müsse sich gefälligst dem deutschen Verständnis von Demokratie, Menschenrechten und religiöser Freiheit anpassen.

Aus dieser Arroganz heraus, isoliert sich Deutschland leider von der 7. größten Wirtschaftsmacht der Welt.

Was die Beziehungen zu China und Pakistan angeht, welche die unmittelbaren und gefährlichsten Nachbarn Indiens sind, gibt es seit Jahren eine Verhärtung zum Status Quo. China unterstützt Pakistan sowohl militärisch als auch wirtschaftlich. Die Pakistanisch-chinesische „Freundschaft“, die in Wirklichkeit nur ein propandistisch überhöhtes Zweckbündnis ist, kränkt Indien. Denn es führt zu einer Einkreisung sowohl im Nordosten als auch im Nordwesten. Mit beiden Ländern hat Indien in der Vergangenheit Krieg geführt und allem Anschein nach, schließt man diese Möglichkeit in der Regierung weiterhin nicht aus.

Übermacht der Indischen Union

Der pakistanischen Armee steht die gigantische indische Großmacht gegenüber. 1,3 Millionen Soldaten, alles Freiwillige, machen Indien zumindest numerisch dem nordwestlichen Feind überlegen. China, dass generell keine Eskalation mit Indien wünscht und momentan mit Japan und Vietnam, sowie den USA beschäftigt ist, sollte zumindest im besten Fall keine unmittelbare Bedrohung für Indien darstellen. Und so zeigt sich doch die Übermacht der indischen Union in Kashmir und an der Grenze zu Pakistan. Der Status Quo wird nur durch die Drohung nuklearer Waffen, die sowohl Pakistan als auch Indien besitzen, aufrecht erhalten. Pakistan kann ohne zu lügen simpel mit der indischen Rüstung nicht mithalten. 2 Flugzeugträger, Atom-Uboote, 180 Schiffe und etwa 200 Flugmaschinen machen Indiens Marine allein zum Top Player der Region und zu einer der größten Seemächte in Asien. Ähnlich verhält es sich mit Luftwaffe und Heer, die an und für sich zu den am besten ausgerüsteten Teilstreitkräften der Welt gehören. Es ist im Grunde eine Rüstungspolitik, die sich Indien trotz starker Wirtschaft nicht leisten kann. Aber Pakistan kann sich das eben noch viel weniger leisten und darum geht es letztendlich.

Die Stärke der Armee, einer großteils auch hinduistischen Armee, wirkt sich auch auf das Selbstbewusstsein der Nation aus. Man schickt immer weniger indische Offiziere ins britische Sandhurst und zeigt wohl damit, dass man dem britischen Empire und dem Commonwealth langsam entwächst. Überhaupt nimmt Großbritannien in den poltischen Beziehungen Indiens nur noch eine repräsentative Rolle ein. Es ist zwar vor allem durch die große indische Diaspora in Großbritannien ein wichtiger Partner, kann jedoch nicht mehr mit dem wachsenden Einfluss von Russland und anderen geostrategischen Partnern konkurieren. Die wirtschaftlich guten Beziehungen zur Krone und die repräsentativen Funktionen des Commonwealth, können nicht mit der militärischen Zusammenarbeit anderer Länder wie Russland, Israel und Frankreich mithalten.

Indien ist dem kolonialen Erbe endgültig entwachsen.

Andalusien und der spanische Zauber

www.flickr.comphotosanoldent3159919668
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Die Hitze des Mittags perlt von den weißen Mauern der andalusischen Städte und Dörfer ab. Katzen lungern in den schattigen Gassen und farbenprächtige Blüten hängen aus Fenstern und von geräumigen Balkonen. Atlantikluft weht von Westen her über goldene Felder und sanfte Hügel von Andalusien, der zweitgrößten und bevölkerungsreichsten Region Spaniens.

Dieses südwestliche Ende Europas, das sowohl ans Mittelmeer als auch an den Atlantik grenzt, hat einen ganz besonderen Charakter und eine Seele, die nicht grundlos mit ganz Spanien in Verbindung gebracht wird. Die starke regionale Identität von Andalusien spiegelt sich in dem frommen Landleben und der ausschweifenden Romantik der Natur wieder. Es zeigt sich die verspielte Ader der Architektur, die sowohl antike als auch Moderne des 18. Jahrhunderts zusammenbringt. Eine Verschmelzung von nordafrikanischer Kunst und tief katholischer Bauweise.  Die Einflüsse der wechselhaften Besiedlungsgeschichte äußern sich in der Küche und dem Stadtbild. In Andalusien soll der „Flamenco“ zum ersten Mal getanzt worden sein. Es ist jenes spanische Kerngebiet, dass in frühster Vorgeschichte bereits von den Phöniziern, dann den Römern, später den Vandalen und Goten und dann den Mauren besiedelt wurde. Erst mit der Reconquista von 1492 und dem Fall von Granada, endete die maurische und muslimische Herrschaft über die iberische Halbinsel.

Was darauf folgte war die große, wenn nicht sogar die größte Zeit für Andalusien und ganz Spanien. Die Zeit der Entdecker und der Eroberer. Noch im selben Jahr entdeckte Columbus die „Neue Welt“ für die spanische Majestät und Königin Isabella I. Der Aufstieg Spaniens zur Weltmacht wurde in den Prachtbauten der iberischen Nation in Stein verewigt. Spaniens Aufstieg im nächsten Jahrhundert bedeute auch die Öffnung des Seehandels und den Aufbruch Europas aus einer tiefen Krise, die durch den Fall Konstantinopels und die Sperrung der Seidenstraße durch die Türken verursacht wurde. Die Öffnung nach Westen über den Atlantik, ja die Besiedlung der beiden Amerikas und die atlantische Welt wäre ohne andalusische Freiheit wohl nicht so zustande gekommen.

Andalusien verbindet vielleicht das Beste aus Orient und Okzident. Eine Romantik wie aus Tausend und einer Nacht und ein freiheitliches Lebensgefühl, dass den Verlockungen der schwülen spanischen Nächte ohne Komplexe nachkommen kann. Luftige Sommerkleider und zauberhafte Blüten im Haar spanischer Mädchen, die sorglos die langen Pflasterstein-Straßen hinunter gehen. Abends genießt man Schinken, Tapas und Bier in den hell erleuchteten Bars und lauscht den Lautenklängen der so typisch spanischen Musik.

Deutsche Erfindungen Miniserie Teil 4 – Magnetschwebebahn

Foto: Stahlkocher- Wikicommons
Foto: Stahlkocher- Wikicommons

Aus Deutschland kamen viele bahnbrechende Erfindungen, die die Welt veränderten. Einige große deutsche Erfinder möchten wir euch hier in loser Reihenfolge vorstellen. ( In Zusammenarbeit mit “Ich bin Patriot aber kein Nazi”)

Hermann Kemper erfindet die Magnetschwebebahn. Die Räder der Eisenbahn, so glaubt der Ingenieur, müssten durch Elektromagnete zu ersetzen sein. Kemper entwickelt ein fast luftleeres Röhrensystem, das die Magnetbahn sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen lässt. Als Weiterentwicklung seiner Erfindung wird 1979 der Transrapid vorgestellt – die erste für den Personenverkehr zugelassene Magnetschwebebahn der Welt.

Deutschland, Land der Erfinder Aus Deutschland kamen viele bahnbrechende Erfindungen, die die Welt